Wie ein Fluss, der sich durch enge Felsen zwängt ...
Definition
Die zervikale Spinalkanalstenose ist eine Verengung des Spinalkanals, dem zentralen Kanal in der Halswirbelsäule, durch den das Rückenmark und die Spinalnerven nicht mehr «frei fliessen» können. Die Verengung kann Druck auf das Rückenmark und die Nervenwurzeln ausüben, was zu Schmerz, Taubheitsgefühl oder Schwäche in Armen und/oder Beinen führen kann. Ursache der Verengung sind degenerative Veränderungen, knöcherne Auswüchse (Osteophyten), Bandscheibenvorfälle oder andere strukturelle Anomalien der Wirbelsäule.
Die zervikale Spinalkanalstenose ist häufig und gefährlich. Meist tritt sie erst im fortgeschrittenen Lebensalter in Erscheinung. Die Diagnose kommt meist plötzlich, fällt wie ein Stein aus heiterem Himmel. Allerdings: Die zervikale Spinalkanalstenose hat immer eine lange Vorgeschichte. Am häufigsten diese:
Chronische Fehlhaltung: Am Anfang steht meist ein harmloser Rundrücken mit Vorverlagerung des Kopfes. Um geradeaus schauen zu können, kommt es zum berühmten-berüchtigten «Knick im Genick», der Kopf wird in den Nacken gezogen.
Muskelschmerz: Die Beschwerden beginnen mit mehr oder wenig starken Muskelverspannungen im Nackenbereich. Begleitend können bereits jetzt Kopfschmerzen, Tinnitus und Augensymptome dazu kommen. Durch die chronische Fehlhaltung verkürzen sich die Nackenmuskeln, durch die Vorverlagerung des Kopfes werden sie überlastet.
Facettengelenke & Bandscheiben: Durch den «Knick im Genick» kommt es in den betroffenen Segmenten (meist C5-C7) zur Labilisierung der kleinen Wirbelgelenke. Überlastung, Verschleiss und Arthrose sind programmiert. Auch die Bandscheiben werden in ihren hinteren Abschnitten übermässig beansprucht, Bandscheiben Vorfälle sind die Folge.
Spinalkanalstenose: Durch den «Knick im Genick» ist es eh schon eng für Rückenmark und Spinalnerven. Durch die Arthrose, defekte Bandscheiben und verdickte Bänder kommt es zusätzlich zur mechanischen Einengung des Spinalkanals bzw. der Spinalnerven.
Hinweis: In der medizinischen Fachsprache lautet die Entstehungsgeschichte vom «Knick im Genick zur zervikalen Spinalkanalstenose» so: BWS-Hyperkyphose mit thorako-zervikaler Stufenbildung und konsekutivem Lordoseknick der unteren HWS führt durch langsam progrediente Segmentdegeneration C (4-)5-7 zu Stenosen spinal und foraminal mit entsprechender Neurokompression.
Spiraldynamik® Therapie
Von der Entstehungsgeschichte der zervikalen Spinalkanalstenose lassen sich zwanglos die präventiven und therapeutischen Massnahmen ableiten. Dabei gilt die Regel: Je früher desto präventiver, je später, desto therapeutischer und je noch später desto chirurgischer:
Aufrecht durchs Leben: Aufrechte Kopfhaltung mit langem Nacken, Anwendung im Alltag, bei der Arbeit vor dem PC und in der Freizeit. In vielen Fällen kommen Mobilisierung des Brustkorbes und Ausrichtung der Schultern dazu, weil Rundrücken und vor verlagerte Schultern für den «Knick im Genick» erstverantwortlich sind.
Muskelverspannungen lösen: Muskuläre Verspannungen können manuell oder mit dem Matrixtherapiegerät gelöst werden. Für den langfristigen Erfolg entscheidend ist das Erkennen individueller Fehlhaltungsmuster und die daran anschliessende Haltungskorrektur.
Funktionelle Dekompression: Speziell in der Halswirbelsäule ist es durch kleine hochpräzise Bewegungen möglich, gezielt Platz für beengte Nerven zu schaffen. Das damit verbundene Therapiepotenzial wird von der konventionellen Schulmedizin massiv unterschätzt, die erzielten Erfolge sind mitunter sehr eindrücklich.
Die Therapie einem Spinalkanalstenose zervikal orientiert sich an der Fehlbelastungen und dem Beschwerdebild des Patienten. Mit der Spiraldynamik® Therapie lassen sich diese effektiv und wirksam behandeln.
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Die Behandlung variiert je nach Schweregrad und umfasst konservative Therapien wie Physiotherapie und Schmerzmanagement sowie operative Eingriffe zur Entlastung der Nervenstrukturen.
Physiotherapie & Ergotherapie
Dehn- und Kräftigungsübungen zur Verbesserung der Beweglichkeit und Stärkung der Muskulatur.
Mobilisationen der Wirbelsäule und Linderung der Beschwerden.
Wärme- und Kälteanwendungen: Zur Schmerzlinderung und Muskelentspannung.
Vermeidung von Bewegungen, die die Symptome verschlimmern könnten – insbesondere Rückneigung des Kopfs.
Anpassung des Arbeitsplatzes insbesondere bei PC-Arbeit.
Medikamentöse Therapie
Schmerzmittel wie Paracetamol oder NSAR (z. B. Ibuprofen).
Muskelrelaxantien bei Muskelverspannungen.
Kortikosteroid-Injektionen: Zur Reduzierung von Entzündungen und Schwellungen um die Nervenwurzeln (Vorsicht: Injektionen im Bereich der Halswirbelsäule sind nicht ungefährlich)
Operation
Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen der zervikalen und der lumbalen Spinalkanalstenose: Im Bereich des unteren Rückens hat sich das Rückenmark bereits in feine Fasern aufgeteilt – ähnlich einem Pferdeschwanz. Wenn es hier eng wird für die Nerven, können sich die Einzelfasern des Rückenmarks bis in die hintersten Winkel des Spinalkanals verkriechen. Dank dieser hohen Verformbarkeit entstehen neurologische Probleme meist allmählich, über eine längere Zeitspanne hinweg.
Im Gegensatz dazu ist das Rückenmark im Bereich der Halswirbelsäule ein solider Strang, der sich nur schlecht verformten lässt. Neurologische Probleme tauchen viel plötzlicher und radikaler auf. Deshalb muss die Indikation für eine operative Dekompression bei zervikalen Spinalkanalstenosen mittels wiederholter Bildgebung und elektro-neurologischer Untersuchungen regelmässig überprüft und ggf. frühzeitig gestellt werden.
Operative Dekompression
Laminotomie: Teilweise Entfernung des Wirbelbogens, um den Druck auf das Rückenmark zu reduzieren.
Laminektomie: Vollständige Entfernung des Wirbelbogens, um Platz für das Rückenmark und die Nerven zu schaffen.
Foraminotomie: Erweiterung der Zwischenwirbellöcher, durch die die Nervenwurzeln austreten.
Operative Dekompression
Wirbelsäulenfusion: Versteifung eines oder mehrerer Wirbelsegmente zur Stabilisierung der Wirbelsäule nach einer Dekompression.
Einsetzen von Implantaten: Zur Unterstützung und Stabilisierung der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte (Cage, künstliche Bandscheiben).
Spinalkanalstenose zervikal kann effizient und wirkungsvoll behandelt werden.
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