Spinalkanalstenose

Kein Platz für Spinalnerv & Rückenmark

Definition

Der Begriff Spinalkanalstenose bedeutet, der Spinalkanal ist zu eng. Der kritische Durchmesser des Spinalkanals im Lendenbereich liegt bei 10 Millimetern. Weniger als 10 mm gelten als absolute Spinalkanalenge, 10-14 mm gelten als relative Enge. Die Spinalkanalstenose betrifft am häufigsten die Lendenwirbel, seltener die Halswirbel. Wichtiger Unterschied: Im Lendenbereich entwickelt sich die Beinlähmung langsam über Wochen und Monate hinweg, während die hohe Querschnittlähmung bei über Nacht eintreten kann.
Die Verengung des Spinalkanals kann durch Veranlagung, Knochenwucherung, verdickte Bänder oder durch einen Bandscheibenvorfall bedingt sein. Knöchern sind es meist Arthrose bedingte Knochenwucherungen der kleinen Facettengelenke. Bandverdickungen betreffen das gelbe Band, welches sich von Wirbelbogen zu Wirbelbogen spannt und den Spinalkanal nach hinten begrenzt. Bandscheibenvorfälle können gerade nach hinten (Rückenmark) oder mehr seitlich (Spinalnerven) erfolgen. Häufig kommen alle drei Komponenten zusammen. Durch die Verengung des Spinalkanals kommt es zur Einschnürung von Rückenmarks und hier austretenden Nervenwurzeln. Typisch sind Schmerzen und Taubheitsgefühl in beiden Beinen, mit der Zeit kommen Lähmungen der Beinmuskulatur dazu.

Das Problem

  • Fehlbelastung und Verschleiss führen zu Bandscheiben-Degeneration und Wirbelgelenk-Arthrose
  • Konchenwucherungen und Bandverdickungen beengen das Rückenmark und austretende Spinalnerven
  • Hohlkreuz, Rundrücken, Rücklage und Beckenverdrehung machen den Spinalkanal noch enger.

Spiraldynamik® Therapie

  • Die Anti-Hohlkreuz-Massnahmen schaffen Platz und Raum für Rückenmark und Nervenwurzeln
  • Leichte Vorlage im Stehen und Gehen plus Kraftaufbau der Rumpfmuskulatur bedeuten Extra-Platz für die beengten Nerven
  • Bei Schmerz, Taubheitsgefühl und Lähmung in einem oder beiden Beinen muss operiert werden.

Operation Ja oder Nein?

Therapie

Funktionelle Therapien stehen im Vordergrund, sie vermögen – wenn auch in bescheidenem Ausmass – Schmerz und Einschränkung zu reduzieren. Da es sich um ein primär mechanisches Problem handelt, ist eine biomechanisch begründete und individualisierte Therapie naheliegend und vermag die Beschwerden zu lindern [eigene Erfahrungen]. Zusätzlichen kurzfristigen Nutzen versprechen Steroid-Infiltrationen. Bestimmte Medikamente (Prostaglandine, Gabapentin, Methylcobalamin) vermögen die Gehstrecke etwas zu verlängern. Keinen Nutzen verspricht das teure Calcitonin-Hormon.

Operation

Die Indikation für ein operatives Vorgehen wird derzeit intensiv diskutiert und erforscht. Aktuell gibt es keine gesicherte Evidenz, dass das Langzeitergebnis einer operativen Dekompression der konservativen Therapie überlegen ist. Hingegen gilt als gesichert, dass es bei operativen Eingriffen in 10-24 % der Fälle zu unerwünschten Nebenwirkungen und Komplikationen kommt, während beim konservativem Management so gut wie keine Nebenwirkungen bekannt sind!
Lähmungen in beiden Beinen weisen auf irreparable Nerven-Druckschäden hin, in diesen Fällen muss operiert werden. Der Nutzen der operativen Druckentlastung steht in diesen Fällen ausser Frage, der Nutzen einer zusätzlichen Wirbelsäulenversteifung oder eines «Spacers» zwischen den Dornfortsätzen hingegen derzeit ist nicht gesichert. Gute Ergebnisse erzielt man bei einer umschriebenen weitgehend monosegmentalen Stenose, die operative Therapie der polysegmentalen Stenose ist problematisch.

Tipp

So lange wie es geht, konservativ behandeln, wobei die funktionelle Therapie auf die individuelle Verengung abgestimmt werden muss. Jede 5. operative Dekompression zeitigt Nebenwirkungen oder Komplikationen, zudem ist der Benefit auf etwa 5 Jahre limitiert – danach sind Sie wieder am gleichen Punkt angelangt.

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