Hohlkreuz & Co.

S-Form «Ja gerne», Hohlkreuz «Nein danke!»

Definition

Die natürliche Hohlkreuz-Haltung bezeichnet die Wölbung der Lendenwirbelsäule nach vorne (Lordose). Zusammen mit der Wölbung der Brustwirbelsäule nach hinten (Kyphose) ergibt sich so die S-Form der menschlichen Wirbelsäule. Der Begriff «Hohlkreuz» ist ein Sammeltopf für verschiedene Haltungsprobleme im unteren Rücken. Als Beispiele erwähnt seien ein zu starkes Hohlkreuz oder ein unbeweglich-fixiertes Hohlkreuz. Das Gegenstück zum Hohlkreuz ist der «Flachrücken»: Die natürliche Wölbung der Lendenwirbelsäule ist abgeflacht bis aufgehoben.

Das Problem

  • Hüftstreckdefizit: Verkürzte Hüftbeugemuskeln zwingen den unteren Rücken in eine Hohlkreuzhaltung
  • Fixiertes Hohlkreuz: Im Verlauf der Jahre verliert der untere Rücken seine Beweglichkeit und die Fähigkeit sich einzurollen
  • Rumpfstabilität: Schwache Gesäss- & Bauchmuskeln verstärken die Hohlkreuz-Gewohnheit

Spiraldynamik® Therapie

  • Zunächst werden die Ursachen angegangen: Hüftbeugemuskeln, eingesteifte Lendenwirbelsäule…
  • Zentral ist die Selbstverlängerung der Wirbelsäule – sie streckt sich zwischen Steiss und Scheitel in die Länge
  • Erst jetzt folgt der gezielte Muskelaufbau für Beckenboden-, Bauch-, Gesäss- und Rückenmuskulatur

Operation Ja oder Nein?

Therapie

Funktionelle Therapien stehen im Vordergrund. Verschiedene therapeutische Protokolle kommen zur Anwendung. Dehnung und exzentrische Belastung verkürzter Hüftbeugemuskeln, Aufrichtung des Beckens und funktionelle Verlängerung des unteren Rückens nach unten – mit Transfer in den Alltag speziell beim Gehen – zeigen die besten Langzeitergebnisse [eigene Erfahrungen]. Dem lumbosakralen Übergang kommt besondere Bedeutung in der Prävention von Fehlbelastung und vorzeitigem Verschleiss zu. Kinesiotapes zeigen keine messbare Auswirkung – weder auf die Haltung noch auf die Dynamik der Wirbelsäule.

Operation

Bezüglich Hohlkreuzes gibt es keine Indikation. Auch für die operative Korrektur einzelner stark lordotischer Segmente gibt es derzeit keine belastbare Evidenz. Hingegen kann nach Wirbelsäulenversteifungen mit erzwungenem Flachrücken-Fehlstellung kann  eine operative Wiederherstellung des normalen Hohlkreuzes notwendig sein.

Tipp

Idealerweise wird die Hohlkreuzhaltung bereits im Kinder- und Jungendalter funktionell angegangen. Im Erwachsenenalter gilt: Lieber spät als nie. Insbesondere bei Facettengelenk-Arthrose und bei Spinalkanalenge ist die Ent-Lordosierung des Hohlkreuzes eine wirkungsvolle Massnahme gegen Schmerz und Verschleiss. Genau umkehrt ist bei akuten Bandscheibenproblem: Hier ist eine leichte Hohlkreuzhaltung – die Schutzlordose – angezeigt.

Clip & klar erklärt

Patienten sagen