FAI Hüftimpingement

Knochen gegen Knorpel

Definition

Der Begriff «Impingement» bedeutet «Einklemmen». Der mechanische Konflikt entsteht zwischen Femur (Oberschenkelknochen) und Azetabulum (Hüftgelenkspfanne) – daher femuro-azetabulär. Es gibt mehrere Unterformen:
- Der Kugelkopf ist entrundet, der Schenkelhals ist verdickt (CAM-Typ)
- Die Gelenkpfanne ist zu gross oder zu tief (PINCER-Typ)
- Zudem gibt es das seltenere, hintere (ischiofemorale) Hüftimpingement
Die verschiedenen Unterformen unterscheiden sich durch die Art des mechanischen Konflikts im und um das Hüftgelenk. Alle Unterformen gelten als Risikofaktor bzw. Vorstufen für die spätere Entwicklung einer Hüftarthrose.

Das Problem

  • Beim entrundeten Femurkopf zwängt sich eine zu grosse Kugel in eine gleichbleibende Pfanne
  • Beim verdickten Schenkelhals kommt es zum Anschlagen des Schenkelhalses am Pfannenrand
  • Tiefe Gelenkpfanne bedeutet mechanischer Konflikt und eingeschränktes Bewegungsausmass

Spiraldynamik® Therapie

  • Die individuelle Form von Pfanne, Kugelkopf und Schenkelhals bilden die Grundlage für die Therapie
  • Der mechanische Konflikt muss möglichst vermieden werden (was je nach Sportart schwierig ist)
  • Dies wird am besten durch funktionelle Anpassung der Bein- und v.a. der Beckenbewegung erreicht.

Operation Ja oder Nein?

Therapie

Funktionelle Therapien stehen im Vordergrund. Dabei gilt es individuelle Haltungs- und Bewegungsmuster genau unter die Lupe zu nehmen: Auf Grund des mechanischen Konflikts entwickeln viele Menschen unbewusste Kompensationsmuster. Diese können sinnvoll-entlastend aber auch kontraproduktiv und schädlich sein. Deshalb ist die genau Analyse und das Abstimmen der Therapie auf die individuelle Konfiguration entscheidend. Beckenkippung, Pfannen-Orientierung und Schenkelhalsform spielen eine Rolle. Die 3-D Beweglichkeit des Hüftgelenks muss gezielt genutzt werden, um dem mechanischen Konflikt auszuweichen [eigene Erfahrungen]. Dem Bewegungsverhalten der Lendenwirbelsäule kommt beim sich Hinsetzen und Aufstehen spezielle Bedeutung.

Operation

Es gibt derzeit keine wissenschaftlich gesicherten Daten bezüglich des Nutzens eines operativen Eingriffes beim femuroazetabulären Impingement. Laufende Studien versuchen die Frage zu klären, ob durch eine operative Wiederherstellung der normalen Hüftanatomie eine spätere Hüftarthrose vermieden werden kann. Bei diesen Operationen wird entweder Knochen am Schenkelhals und/oder am Pfannenrand abgetragen, bei Schädigung des Labrums kann dieses refixiert werden. Zunehmend dem spielen Mikroinstabilitäten im Hüftgelenk eine Rolle.

Tipp

Leider lässt sich in vielen Fällen auch mittels operativer Therapie keine volle Einsatzfähigkeit des Hüftgelenks im Sport erreichen. Deshalb gilt: Vor einem operativen Eingriff soll eine intensive funktionelle Therapie durchgeführt werden. Diese muss in Abhängigkeit von Hüftgelenkspfanne und Schenkelhals erfolgen, um wirksam zu sein.

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