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Faszien Update Teil 3 – Die Vogelperspektive – wenn Form vor Funktion existiert

my health congress 2026  - Faszien Update Teil 3 – Die Vogelperspektive – wenn Form vor Funktion existiert

Ein Herz ohne Zellen. Weich, weiss, fast wie Gelatine. Und doch: Alle wichtigen Strukturen sind noch da. Kammern, Klappen, Gefässe. Gibt man Stammzellen in dieses zellfreie Herz, beginnen sie genau dort, wo sie sind, zu Herzzellen zu werden.

Das wirft eine überraschende Frage auf:
Was, wenn wichtige Information im Körper nicht nur in den Zellen steckt, sondern auch in den Zwischenräumen? In den Räumen des Schleim- und Bindegewebes, die alles umhüllen und verbinden?

Genau diesen «Blick von oben» wagt Teil 3 des Faszien-Updates. Im Zentrum steht eine ebenso einfache wie tiefgreifende Erkenntnis:
Form existiert vor Funktion.

Wenn der Raum wichtiger ist als gedacht

In den letzten Jahren ist es Forschern gelungen, Organe wie Herz oder Niere vollständig von Zellen zu befreien. Übrig bleibt ein weiches, formstabiles Gerüst aus Bindegewebe. Erstaunlich dabei:
Die Form des Organs bleibt erhalten, auch ohne Zellen.

Das bedeutet:
Die räumliche Ordnung eines Organs ist nicht von den Zellen abhängig. Sie ist bereits vorher da.

Früher nannte man dieses Gewebe «Schleimgewebe». Heute sprechen wir von Bindegewebe, Matrix oder Faszien – oder eben ganz bewusst wieder von «Schleimgewebe» – ganz einfach weil der Begriff zutrifft. Dieses Gewebe ist bindegewebig, schleimig, elastisch ...

Die Begriffe mögen unterschiedlich sein – die Beobachtung ist klar:
Die Struktur bleibt, selbst wenn die Zellen fehlen.

Der Raum gibt den Ton an

Noch spannender wird es, wenn neue Zellen in diese leeren Organe gelangen. Sie entwickeln sich nicht zufällig, sondern passend zum Ort, an dem sie landen.
Im Herzraum entstehen Herzzellen.
Im Nierenraum Nierenzellen.

Der Raum wirkt wie eine leise, aber klare Anleitung. Er sagt den Zellen, was sie werden sollen.

Damit verändert sich der Blick auf den Körper grundlegend:
Zellen handeln nicht völlig eigenständig. Sie antworten auf die Umgebung, in der sie leben.

Der Körper als Schiff

Ein Bild hilft, das zu verstehen:
Man kann sich den menschlichen Körper wie ein Schiff vorstellen.

Das Schiff hat feste Räume: Kajüten, Maschinenraum, Vorratskammern, Tanks, Leitungen, die Brücke mit dem Steuerrad. Diese Räume sind eingerichtet, bevor eine Mannschaft an Bord ist.

Hanno Steinke ist Keynote Speaker am my health congress vom Samstag, 14.11.2026 / Rapperswil. Er wird seine anatomischen Präparate auf dem LED Giant Screen zeigen und mit der für ihn typischen Begeisterung zum Leben erwecken.

Die Zellen sind wie die Besatzung.
Sie ziehen in diese Räume ein und übernehmen die Aufgaben, die dort vorgesehen sind.
Im Maschinenraum arbeitet ein Maschinist.
In der Kombüse ein Koch.
Auf der Brücke der Kapitän.

Und nun der entscheidende Punkt:
Das Schiff existiert auch ohne Besatzung.
Seine Räume, Wege und Funktionen bleiben erhalten. Kommt eine neue Mannschaft an Bord, richtet sie sich automatisch nach der vorhandenen Struktur.

Genauso verhalten sich Zellen im Körper.

Gene sind wichtig – aber nicht allein

Lange glaubte man: Die Gene bestimmen alles.
Heute wissen wir, dass das so nicht stimmt. Gene können an- oder abgeschaltet werden – je nach Umgebung. Man nennt das Epigenetik.

Nun kommt eine weitere Ebene dazu:
Nicht nur chemische Signale, sondern auch die räumliche Organisation des Bindegewebes beeinflusst, wie Zellen arbeiten. Die Umgebung wirkt mit – still, aber wirksam.

Das spielt eine Rolle bei Entzündungen, bei Infektionen und auch bei Krebs. Immer deutlicher zeigt sich:
Der Raum um die Zellen ist kein leerer Hintergrund. Er ist Teil des Geschehens.

Die embryonale Entwicklung beginnt mit Räumen

Schon ganz früh in der Entwicklung eines Menschen entstehen zuerst Räume: Hohlräume, Flüssigkeitsräume, abgegrenzte Bereiche. Erst darin entwickeln sich embryonalen Zellen weiter.

Strömungen, Bewegungen von Flüssigkeit und feine Strukturen bestimmen, was links und rechts entsteht, oben und unten, innen und aussen.
Kein Teil des Körpers entsteht ohne seinen Raum.

Fazit: Der Körper denkt räumlich

Gesundheit und Krankheit entstehen nicht nur auf Zellebene.
Sie hängen ebenso davon ab, wie die Räume im Körper organisiert sind – die Räume des Bindegewebes, der Faszien, der semifluiden Matrix.

Die Zellen bleiben wichtig.
Aber sie sind nicht allein.

Hanno Steinke ist Faszienforscher und Keynote Speaker am my health congress vom 14.11.2026 in Rapperswil. Dort zeigt er seine anatomischen Präparate auf dem LED Giant Screen – anschaulich, verständlich und mit ansteckender Begeisterung.

Teilnahme

The Big Five. my health congress 2026 - findet am 14.11.2026 in Rapperswil/SG im ENTRA sowie als Stream online statt. Die Teilnahme kostet CHF 280 | EUR 280.

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Christian Larsen / Hanno Steinke
Juni 2026