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Fokale Dystonie

Schmerzen in Extremitäten? Nackenschmerzen? Muskelschmerzen?

Übungen können helfen

Schmerzen zu lindern

Fehlbelastungen zu verhindern

Fokale Dystonie

Schiefhals, Lid- und Schreibkrampf

Definition

«Fokale Dystonie» ist eine neurologische Bewegungsstörung, die durch unwillkürliche, anhaltende Muskelkrämpfe oder stereotype Bewegungswiederholungen charakterisiert ist. Fokale Dystonien betreffen meist nur eine Körperpartie:

  • Hand und Finger: Bekannt als Schreibkrampf.
  • Nacken: Bekannt als Schiefhals (zervikale Dystonie; spastischer Tortikollis), bei dem der Kopf zur Seite gezogen und gedreht wird.
  • Augenlider: unwillkürliche Kontraktionen der Augenlider (Blepharospasmus).
  • Stimmbänder: betrifft die Stimmbänder, die Stimme ist beeinträchtigt (spasmodische Dysphonie).

Fokale Dystonien treten meist idiopathisch auf, das heisst «ohne bekannte Ursache», können aber auch mit anderen neurologischen Erkrankungen in Verbindung stehen. Die Behandlung umfasst oft Botulinumtoxin-Injektionen, Physiotherapie und medikamentöse Ansätze zur Linderung der Symptome.

Das Problem

Fokale Dystonien führen oft zu einer tiefgreifenden Beeinträchtigung im Leben der Betroffenen. Die genauen Ursachen bleiben meist unbekannt. Aufschlussreich sind die Erfahrungen aus der Musikmedizin: Durch jahrelange intensive Wiederholung immer gleicher Bewegungsabläufe – Fingerbewegungen am Klavier oder Lippenbewegungen bei Blasinstrumenten – kommt es im Gehirn zur «Überlastung durch Überdifferenzierung». Nicht selten lassen sich solch repetitiven Handbewegungen auch bei anderen Berufen identifizieren: die Schneiderin, die monatelang dicke Stoffe von Hand schneiden muss, der Figaro-Coiffeur, der das halbe Leben mit der Schere in der Hand verbringt.
Leider gibt es keine ursächliche Therapie für die fokale Dystonie. Die Erfolgsaussichten aller derzeit bekannten Therapieansätze sind eher bescheiden und hängen vom möglichst frühzeitigen Zeitpunkt der Diagnose und des Therapiebeginns ab.

Spiraldynamik® Therapie

  1. Im ersten Schritt gilt es – soweit möglich – belastende repetitive Bewegungen zu identifizieren und diese zu stoppen. Der Musiker muss zumindest für eine Weile auf sein Instrument verzichten. Mehr vom Gleichen bedeutet für die betroffenen Hirnareale nichts Gutes.
  2. Sensorisches Training: Die Wahrnehmung in der betroffenen Körperregion wird neu aufgegleist. Unterschiedliche sensorische Qualitäten wie Berührung oder Lagesinn werden im «fremden Kontext» neu erlebt und geschult.
  3. Motorisches Training: Analog wird die motorische Ansteuerung im «artfremden Kontext» geübt beispielsweise PC-Tastatur und Trommel statt Klavierspiel. Mit viel Geduld und etwas Glück nimmt das Gehirn die neuen Bewegungsmuster an und überschreibt so die alten ausgelutschten Bewegungsprogramme.
  4. Gelingt dies, kann der Musiker sein Instrument wieder in die Hand nehmen. Allerdings darf er nie wieder exzessiv immergleiche Abläufe üben. Kreative Diversität beim Üben ist Trumpf. Es ist ein bisschen wie bei den professionellen Langstreckenläufern: Schnelle Intervallläufe und etwas Krafttraining verbessern die Laufleistung nachhaltiger als «noch mehr Kilometer».

Fokale Dystonie wirkungsvoll behandeln

Die Therapie von fokale Dystonie orientiert sich an der Fehlbelastung, der Überlastung und dem Beschwerdebild des Patienten. Mit der Spiraldynamik® Therapie lassen sich diese effektiv und wirksam behandeln.

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Optionen gegen fokale Dystonie

Prävention

Variantenreiches Üben in einem definierten Zielbereich hilft exzessive Wiederholungen immergleicher Bewegungsabläufe zu vermeiden (vergleiche Wolfgang Schöllhorn: Differenzielles Bewegungslernen).1

Therapie

Die Therapie der fokalen Dystonie umfasst eine Vielzahl von Ansätzen, die darauf abzielen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die Therapiemöglichkeiten werden individuell kombiniert, um die bestmöglichen Ergebnisse für den Patienten zu erzielen.

  1. Botox (Botulinumtoxin-Injektionen) in die betroffenen Muskeln reduziert die Muskelspasmen, lindert die Schmerzen und verbessert die Funktion.
  2. Medikamente zur Relaxation der Muskulatur (Muskelrelaxanzien), zur Beeinflussung des autonomen Nervensystems (Anticholinergika) oder zur Beeinflussung bestimmter Hirnbotenstoffe (Dopaminergika).
  3. Bewegungstherapie: Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit und Muskelkoordination. Training zur Anpassung von Bewegungsabläufen im Alltag und Nutzung von Hilfsmitteln. Dabei kommen sensorische Tricks wie das Berühren bestimmter Körperstellen zum Einsatz, um die unwillkürlichen Bewegungsautomatismen zu unterbrechen.
  4. Entspannungstechniken: Methoden wie Yoga oder Meditation, um die Muskelspannung zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.
  5. Psychologische Unterstützung: Pädagogische Beratung und psychologische Unterstützung, um den bestmöglichen Umgang mit der Erkrankung zu fördern und stressbedingte Verschlimmerungen zu reduzieren.

Operation

Tiefe Hirnstimulation (DBS): Implantation von Elektroden in bestimmte Gehirnregionen, die elektrische Impulse abgeben, um die Muskelkontraktionen zu kontrollieren.

Selektive periphere Denervation: Chirurgische Durchtrennung von Nerven, die die betroffenen Muskeln versorgen.

Literatur

1/ Schöllhorn Wolfgang. Differenzielles Lehren und Lernen von Bewegung.  »

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