Rundrücken

Kopf hoch… und langsam rückwärts!

Definition

Der Begriff «Rundrücken» bezeichnet verstärkte Rundung der Brustwirbelsäule nach hinten (Hyperkyphose). Unterschieden werden die flexible Rundrücken-Haltung – die Brustwirbelsäule ist beweglich und kann sich aufrichten – und der fixierte echte Rundrücken. Die häufigste Ursache ist die Haltungsinsuffizienz. Im Verlauf der Jahr(zehnt)e entwickelt sich aus der gewohnheitsmässig schlechten Haltung schleichend ein fixierter Rundrücken. Veranlagung spielt eine Rolle z.B. beim vererblichen Scheuermann Rundrücken. Entzündlich-rheumatische Ursachen wie z.B. die Bechterew Krankheit sind seltener.

Das Problem

  • Am Anfang steht eine scheinbar harmlose «Haltungsinsuffizienz» – die Rundrücken-Haltung
  • Mit den Jahr(zehnt)en folgt die Versteifung – plus Vorlagerung von Kopf und Schultern
  • Der Rundrücken selbst bereitet relativ wenig Beschwerden, leidtragend sind meist Nacken und Kreuz.  

Spiraldynamik® Therapie

  • Die Aufrichtung des Rundrückens beginnt mit der Neu-Positionierung des vorverlagerten Kopfes
  • Entscheidend für die Aufrichtung der Brustwirbelsäule ist die Kombination von Streck- und Drehbewegungen
  • Eine Aufrichtung ist nachweislich auch bei älteren Semestern 60 plus noch möglich.

Operation Ja oder Nein?

Therapie

Funktionelle Therapien stehen beim Rundrücken im Vordergrund. Aktiv-Therapie und Manualtherapie in Kombination haben sich als wirksam erwiesen, um Aufrichtung und Muskelkraft zu verbessern. Der Nutzen von Taping, Bandagen und Orthesen wird derzeit untersucht, bei akuten Sinterungen haben sich weiche Bandagen- im Gegensatz zu starren Orthesen- in der Praxis bewährt Im Alter lässt sich oftmals eine Zunahme des Rundrückens feststellen, welche auf insuffiziente Haltung, schwache Rückenmuskulatur, Bandscheibenverschleiss und genetische Veranlagung. Nur bei einem Drittel der altersbedingten Rundrücken spielen Osteoporose und osteoporotischen Frakturen eine Rolle. Rundrücken im Alter wirkt sich negativ auf die Lebenserwartung, die Lebensqualität und den Erhalt der Selbständigkeit aus – weshalb er therapeutisch als eigenständiger Risikofaktor angegangen werden sollte. Auch im Alter von 60 plus lassen sich Aufrichtung und Beweglichkeit signifikant verbessern [eigene Erfahrungen]. Die Wirkstoffgruppe der Bisphosphonate wie Etidronate ,Risedronate oder Alendronate werden bei Osteoporose mit Fraktur oder bei osteoporotischen Wirbelkörperfrakturrisiken für die primäre und sekundäre Prävention eingesetzt. Bei Denosumab und Teriparatid esteht die Gefahr, dass nach Absetzen des Medikamentes die Knochendichte rasch wieder auf den Ausgangswert zurückfällt.

Operation

Aufrichte-Operationen sind aufwändig, gefährlich und stehen nur bei schwersten Rundrücken zur Diskussion. Eine Sonderstellung nehmen angeborene Keilwirbel ein: Funktionelle Therapien können hier erstaunlich gute Endergebnisse erzielen, speziell wenn Sie während der Längenwachstums durchgeführt werden [eigene Erfahrungen]. Ein zweiter Sonderfall stellen Osteoporose-Frakturen dar: Bei schwerer Osteoporose können die Brustwirbel vorne zusammensintern, was zu Rundrücken und schweren Buckeldeformitäten führen kann. Aufrichte-Operationen sind hier aufgrund des brüchigen Knochenmaterials oftmals nicht möglich. Alternativ kommen Vertebroplastik & Kyphoplastik zur Anwendung, minimal-invasive Methoden, bei welchen gebrochene Wirbelkörper von innen her mit Zement aufgefüllt werden. Ein Langzeitnutzen dieser Methoden konnte bisher noch nicht nachgewiesen werden, selten ist es zu schwerwiegenden Zwischenfällen gekommen. Nicht selten kommt es später zu Frakturen der angrenzenden Wirbelkörper, da sich die Steifheit des behandelten Wirbelkörpers verändert hat und dadurch der angrenzende Wirbelkörper stärker belastet wird.

Tipp

Die erprobte Behandlung des Rundrückens gehört zu den Schlüsselkompetenzen der Spiraldynamik® [über 10‘000 eigene Messungen] und ist selbst im fortgeschrittenen Alter noch möglich und sinnvoll. Mit der Aufrichtung einhergehen meist Schmerzreduktion in Hals- und Lendenwirbelsäule sowie ein Zuwachse der Körperlänge von 1-3 Zentimetern.

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