Tennisellbogen

Meist ohne Tennis

Definition

Der Begriff Tennis-Ellbogen wird als Sammelbegriff für myofasziale Schmerzen auf der Aussenseite des Ellbogens verwendet. Im engeren Sinne gemeint sind schmerzhafte Sehnenansatz Veränderungen, genau dort wo die Streckmuskulatur des Unterarms entspringt. Der «Tennis-Ellbogen» gehört zusammen mit dem Golfer-Ellbogen, dem Fersensporn und dem Traktus-Syndrom in die Gruppe der Sehnenansatz-Erkrankungen. Ursachen sind genetische Veranlagung, Alter sowie repetitive mechanische Fehlbelastung durch Sport, Arbeit oder Alltag. Je nach Dauer und Schweregrad finden sich lokale Entzündung, degenerative Veränderungen und Risse der Sehne und ihres Ansatzes am Knochen.  

Das Problem

  • Abweichungen der Hand zur Kleinfingerseite hin führen zur Irritation der Streckmuskeln am Ellbogen
  • Hochgezogene und vorverlagerte Schultern akzentuieren das Problem
  • Auslöser sind repetitive Bewegungen im Alltag: PC-Tastatur, Fitnesstraining, Lastentragen, Kochen...

Spiraldynamik® Therapie

  • Mittelfinger in Verlängerung des Unterarms, Handgelenk leicht angewinkelt und leicht nach aussen gedreht (supiniert)
  • Funktionelle Koordination der Hand und Zentrierung des Schultergelenks im Alltag
  • Strukturiertes exzentrisches Training der betroffenen Streckmuskulatur; situativ Bandage und Infiltration.

Operation Ja oder Nein?

Therapie

Funktionelle Therapien stehen im Vordergrund. Zentral ist die ursächliche Elimination von Fehlbelastungen während der Arbeit, im Sport und im Alltag Die konservative Therapie besteht aus Übungstherapie, Weichteiltechniken und/oder Akupunktur. Lokale Infiltrationen mit Botox, Kortison, Eigenblut oder Hyaloronsäure haben trotz grosser Beliebtheit – wenn überhaupt – nur einen kurzfristigen Effekt. Auch für die verbreiteten Ellbogen-Bandagen fehlt der Wirkungsnachweis. Die Schockwellentherapie lohnt sich bei verkalkter Sehnenansatzentzündung.

Operation

Die operative Durchtrennung der Sehne – die Tenotomie – wird beim Tennisellbogen heute nur noch selten durchgeführt, das Anstechen der Sehne mit der Nadel scheint vergleichbare Wirksamkeit zu haben. In seltenen Fällen wird die Entfernung – das Debridement – von eingerissenem, degeneriertem Sehnenmaterial empfohlen.

Tipp

Genetische Veranlagung und Alter sind wegbereitend für den Tennisellbogen, sie lassen sich nicht beeinflussen. Hingegen können die auslösenden Momente – Fehlbelastung und ungewohnter repetitiver Stress – fast immer präventiv vermieden beziehungsweise in der Therapie ursächlich angehen werden. 

Clip & klar erklärt

Patienten sagen