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CoViD-19 als Übung im Hinblick auf eine ungleich grössere Katastrophe?

MEDIZIN | Was Terroristen mit all ihren Anstrengungen nicht erreichten, vermochte ein kleines Virus innert weniger Wochen: unseren modernen Lebensstil kreischend zum Stillstand zu bringen. Die Analyse von Prof. Paul Robert Vogt.

  1. Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt ist Chefarzt Herzchirurgie der Universitätsklinik Zürich; dank Gastprofessur in Wuhan konnte er die Pandemie von Anfang an kritisch beobachten.

    Die «Bats» - die Fledermäuse – sind spätestens seit 2019 ins Bewusstsein der Menschen gerückt. Die «Bats» machen 20% der Säugetier-Population aus und sind die einzigen Tiere dieser Gattung, die fliegen können. Die Fledermäuse kann man als tierisches Viren-Reservoir sehen; mehr noch, sie waren in der Evolution wahrscheinlich die Eintrittspforte für die Viren in den Stammbaum der Säugetiere. Fledermäuse beherbergen die gefährlichsten Viren, so zum Beispiel das Ebola-, das Marburg und eben die Coronaviren, deren aktuelle Variante COVID-19 seit Monaten die Schlagzeilen beherrscht.

    COVID-19-Coronaviren haben ein neues, komplexes und hoch-variables Krankheitsbild kreiert. Vom asymptomatischen Virusträger über die Grippe bis hin zum beatmungspflichtigen Intensivpatienten mit Befall mehrere Organe finden sich alle möglichen Krankheitsbilder, deren Pathomechanismus noch immer nicht klar geworden ist. COVID-19 kann unbemerkt verlaufen und trotzdem dramatische Langzeitfolgen haben, welche sogar zur Lungen-Transplantation führen können.
    Inzidenz (Anzahl neuer Fälle), Pathogenität (Fähigkeit Krankheit hervorzurufen), Morbidität (Anzahl Erkrankungen) und Mortalität (Anzahl Todesfälle) können ja nach Alter, Region, Genetik und Begleiterkrankungen vollkommen unterschiedlich sein, die Sterberaten variieren je nach Ausgangslage und Heftigkeit des Befalls zwischen 0.1% und 70%.

    Der Ursprung von COVID-19 liegt wahrscheinlich in Wuhan, China. COVID-19 dürfte trotz aller geopolitischen Interpretationen als auf den «Bats» vorkommendes Virus direkt oder über einen Zwischenwirt auf den Menschen übergesprungen sein.

    Mutter Natur hat immer die Oberhand und sie nützt alle Annehmlichkeiten der modernen Welt, um ihre Reichweite zu vergrößern – und das hat sie bei COVID-19 eindrücklich gezeigt. Der Westen bekämpft COVID-19 mit den Methoden unserer Ur-Grosseltern – und dies in der technologisch-vernetzten Welt des 21. Jahrhunderts! Gleichzeitig geben wir Milliarden für «Homeland Security» und «Counterterrorism» aus, um uns gegen menschliche Feinde zu verteidigen. Was Terroristen mit all ihren Anstrengungen nicht erreichten, vermochte ein kleines Virus in wenigen Wochen: unseren modernen Lebensstil kreischend zum Stillstand zu bringen.

    Diagnostik, Virus-Nachweis, medikamentöse Therapie sowie die Entwicklung von Antikörpern und adäquaten Impfstoffen laufen derzeit auf Hochtouren. Abgesehen von den medizinischen Schäden werden unsere Gesellschaften mit wenigen Ausnahmen weltweit durch die ökonomischen Konsequenzen der Pandemie in Atem gehalten. Die Konsequenzen sind bereits heute irgendwo zwischen «noch nicht absehbar» und «folgenschwer» zu verorten. Alleine Mutter Natur freut sich über den deutlich langsameren Rhythmus der überbordenden Weltwirtschaft, welche offenbar konstant wachsen muss. COVID-19 zeigt uns andere Seiten des Lebens.

    Medizinisch mag man das Problem COVID-19 lösen. Ob unsere Gesellschaften allerdings genügend reif sind, grundlegende Fragen zu diskutieren und entsprechende Konsequenzen zu ziehen, welche mit COVID-19 an die Oberfläche gekommen sind, ist fraglich. Und die Frage bleibt, ob die Menschheit realisiert, dass COVID-19 nicht «The Big One» war, sondern vielleicht nur eine aufgezwungene Übung im Hinblick auf eine ungleich grössere infektiöse oder nicht-infektiöse Katastrophe in deren Rahmen «Krisenmanagement» zwar gut und notwendig sind, aber «Krisenmanagement ohne globale und nachhaltige Kooperation» nutzlos bleiben.

    Hinweis: Prof. Paul Robert Vogt hält am «My Health Kongress – die Zukunft meines Gesundseins» vom 14. November 2020 Horgen bei Zürich einen Vortrag zum Thema «COVID-19 gestern… heute… morgen…»

    Paul Robert Vogt
    1. Oktober 2020