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Anti-entzündliche Ernährung



AUSPROBIERT:
Die vielfältigen Zivilisationserkrankungen hat einen gemeinsamen Nenner: Entzündung! Lebensmittel können wie niedrig dosierte Langzeitmedikamente wirken – anti-entzündlich!

  1. Beschwerden wie Herzinfarkt, Hirnschlag, Heuschnupfen, Asthma, Autoimmun-Krankheiten, Diabetes und Reizdarm gehen auf das Konto einer stillen chronischen Entzündungsneigung im Körper. Die Medizin spricht hier von stiller Entzündung [silent inflammation]. Anders als entzündete Gelenke oder eitrige Pickel ist die stille Entzündung meist nicht spürbar. Deshalb heisst es genau hinschauen:

    So könnten Sie neben der oben aufgeführten chronischen Beschwerden die stille Entzündung vermuten: Jedes Organsystem weist mittels unspezifischer Symptome auf das Problem hin

    • Energiestoffwechsel: ständige Müdigkeit
    • Immunsystem: erhöhte Infektanfälligkeit
    • Verdauungssystem: Durchfälle
    • Schleimhäute: Zahlfleischblutungen
    • Labor Befund: Ein leicht erhöhter CRP-Wert über 0.5 im Blut (CRP ultrasensitiv kann beim Hausarzt gemessen werden)

    Die vier wichtigsten Massnahmen bei stiller Entzündung:

    • Anti-entzündliche Lebensmittel gehören ab sofort auf den täglichen Speiseplan
    • Reduktion von Giftstoffen aus Wasser und Ernährung, Kosmetika, Haushaltsartikeln und Putzmitteln.
    • Jeder weiss es: Langsam essen, gut kauen und Nahrungspausen zwischen den Mahlzeiten einhalten. Probiotische und präbiotische Nahrungsmittel / Produkte sind oft sinnvoll bis notwendig, um die Darmflora wieder in Ordnung zu bringen
    • Hinzu kommt ein stressreduzierender Lebensstil mittels Achtsamkeit, Bewegung, Mediation und Dankbarkeit

    Punkt 1 – die antientzündliche Ernährung möchte ich an dieser Stelle genauer unter die Lupe nehmen:

    Antioxidantien – Schutzengel der Körperzellen
    Sauerstoff ist lebenswichtig für den Menschen. Gleichzeitig kann Sauerstoff im Körper auch aggressive Verbindungen eingehen, welche die Zellen angreifen. Diese Verbindungen heissen «freie Radikale». Antioxidantien halten die Zellen gesund, indem sie eben diese freien Radikalen abfangen. 

    Die Hauptquelle für Antioxidantien ist in Gemüse und Obst zu finden. Bestücken Sie die Gemüseschublade Ihres Kühlschrankes mit diesen Lebensmitteln, um der stillen Entzündung erst gar keine Chance zu geben:

    • Grünes Blattgemüse wie Grünkohl/Federkohl, Mangold oder Pak Choy, als Lieferant von Vitamin C, Carotinoiden (Vorstufe von Vitamin A) und Vitamin K
    • Mineralienreiches Gemüse wie zum Beispiel Stangensellerie als Lieferant von Kalium und Antioxidantien
    • Randen (in Deutschland Rote Bete genannt), die dank ihrem antioxidativ-wirkenden roten Farbstoff Betanin Entzündungen bekämpft, Ihnen auch weitere anti-entzündliche Nährstoffe wie Kalium und Magnesium liefert und die Sauerstoffaufnahme im Muskel begünstigt.
    • Broccoli ist das Vorzeigegemüse für gesunde Ernährung, er enthält gute Mengen an Kalium und Magnesium, sowie eine gute Mischung aus Vitaminen, Flavonoiden und Carotinoiden, die zusammen oxidativen Stress im Körper zu reduzieren helfen
    • Heidelbeeren wegen ihres Gehalts an Quercetin und anderen Flavonoiden, sowie ihres Gehalts an Vitamin C, die Ihre Zellen vor Entzündungen schützen. Auch andere dunkle Beeren oder Früchte wie Brombeeren und Kirschen sind empfehlenswert.

    Die Faustregel, die Sie sich merken können: je bunter, desto besser! Abwechslung ist hier wichtig. Und: Vor lauter «Bunt» das «Grün» nicht vergessen!

    Omega-3 Fettsäuren löschen das Feuer der stillen Entzündung
    Omega-3 gehört zu den bekanntesten und am besten untersuchten anti-entzündlich-wirkenden Nährstoffen. Bauen Sie Omega-3-reiche Nahrungsmittel täglich in Ihren Speiseplan ein, wie zum Beispiel:

    • Walnüsse (Baumnüsse)
    • Wildfang-Lachs sowie andere Kaltwasser-Meeresfische
    • Chia-Samen
    • Leinsamen
    • Wildfleisch oder Fleisch von artgerecht gehaltenen und gefütterten Weidetieren

    Die Omega-3 Fettsäure DHA (Docosahexaensäure) ist für das Gehirn besonders wichtig. Der Bedarf wird fast ausschliesslich aus tierischen Fetten wie Lachs & Co gedeckt, weil der Körper Omega-3 aus tierischer Quelle viel besser für sich nutzbar machen kann als Omega-3 aus pflanzlicher Quelle. Veganern empfehle ich daher, ihr Essen mit Omega-3-Fettsäuren aus Mikroalgen zu ergänzen.

    Omega-3-Index und Fettsäureprofil
    Mein Tipp für alle: Lassen Sie Ihren Omega-3-Index bestimmen! Die einfache Blutuntersuchung zeigt auf, ob Ihr Stoffwechsel pro-entzündlich oder anti-entzündlich unterwegs ist. Die Ergebnisse ermöglichen es, im Alltag die Fette gezielter auszuwählen, die Ihr Körper braucht (Schweiz: zirka CHF 90 Labor Cerascreen ; Deutschland via Arzt oder Heilpraktiker Labor Biovis).

    Literaturtipps:

    • Ein tolles Buch zum Thema anti-entzündliche Ernährung (Lassen Sie sich vom Buchtitel nicht in die Irre führen) ist: «SCHLANK! und gesund mit der Doc Fleck Methode» von Dr. med. Anne Fleck
    • Um zu erfahren, wie Antioxidantien auch in der Krebstherapie und zur Stärkung des Immunsystems zum Einsatz kommen, kann ich Ihnen das Buch «Krebszellen mögen keine Himbeeren» von Prof. Dr. med. Richard Béliveau und Dr. med. Denis Gingras empfehlen
    • Möchten Sie sich von der Wichtigkeit von Fett im Kampf gegen chronische Krankheiten informieren, dann lege ich Ihnen «Der Keto-Kompass» von Ulrike Gonder, Julia Tulipan, Marina Lommel und Dr. med. Brigitte Karner ans Herz

    Julia Gruber, 1. März 2020
    Ernährungs-Coach spezialisiert auf Darmgesundheit

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