Mitten in der Gegenwart

20 jahre spiraldynamik

20 jahre spiraldynamik | Ein kaleidoskopischer Blick auf die Spiraldynamik am 18. Oktober 2012.

Ende Oktober ist es noch zu früh für einen Jahresrückblick, bei einem quicklebendigen Unternehmen wie der "Spiraldynamik" sowieso. Und wäre denn ein Rückblick das richtige Werkzeug, um in die Gegenwart zu kommen?

Versuchen wir etwas anderes: Fokussieren wir auf das Erlebnis der Gegenwart einer einzigen Person. Wie verbrachte Christian Larsen, der in Personalunion Mitbegründer und Mitglied der Geschäftsleitung des Unternehmens "Spiraldynamik" ist, den Donnerstag, 18. Oktober 2012? Dieses Datum hatte ich mir für das Interview ausgesucht. Ich wollte sozusagen die Probe auf's Exempel machen und herausfinden: Wo steht das Unternehmen heute? Was läuft gerade, was bewegt sich im Inneren?

Die ärztliche Tätigkeit prägt den Alltag von Christian Larsen. Wie war sein Tag heute? „Gewaltig. Schön. Umwerfend.“ Als er mein Grinsen sieht, strahlt er mich an. „Wirklich. Es war wieder einmal ein menschlich und medizinisch total erfüllender Tag. Viele Patienten – alles Wunschpatienten, weil sehr unterschiedlich, sowohl was die Herkunft, die Diagnose als auch die persönlichen Interessen betrifft. So ist es für mich einfach eine Freude zu arbeiten. Jeden Tag. Und meine Arbeit ist auch nach vielen Jahren noch fern der Routine. Ich bin jedes Mal diagnostisch gefordert. Der Körper in Bewegung ist wie ein Fingerabdruck – hochindividuell! Jeder Körper ist anders, setzt Bewegung anders um. Das richtig zu verstehen und die richtigen Massnahmen zu treffen, ist jedes Mal einen frische, aber unendlich befriedigende Herausforderung.“

Über Mittag war Team-Sitzung am Med Center Zürich. Einmal im Monat treffen sich alle zur Besprechung gemeinsamer Fragen. Moderiert wird diese Arbeit abwechselnd von einem anderen Mitglied des Physio-Teams – in sich selbst schon eine Entwicklungsaufgabe. Die Kommunikation untereinander war gut . Überhaupt ist die Bereitschaft, offen und ehrlich zu kommunizieren, ausschlaggebend für die erfolgreiche Zusammenarbeit im Team und mit den Patienten. Im Rahmen dieses Teams versteht sich Christian Larsen nicht nur als erfahrener medizinischer Chef; am Herzen liegt ihm auch die Förderung seiner Mitarbeitenden. „Manchmal fordere ich vielleicht etwas zu viel – ich will einfach, dass alle, wie ich selbst, ständig dazulernen, neugierig bleiben, die Komfort-Zone verlassen, ihr Potenzial entdecken und über sich selbst hinauswachsen.“

Gefreut hat sich Christian Larsen heute auch über das Lob einer informierten Aussensicht, das Feedback einer jungen Physiotherapeutin mit Hochschulabschluss, deren Fazit lautet: „Ein Tag konkrete Erfahrungen am Med Center sind so viel wert wie  Lektüre von 1000 Seiten Papier.“ Aus ihrer Sicht ist die Arbeit der "Spiraldynamik" zukunftsfähig. Warum? „Weil sie interessant ist.“

Am frühen Abend war dann ein Gespräch mit einem ärztlichen Kollegen am Lungenzentrum der Hirslanden Klinik Zürich angesagt. Wieder war die Begegnung bereichernd. Schon lange wurde ja ein enger Zusammenhang zwischen Bewegung und Atmen erkannt – ein Zusammenhang, der auch für jeden Einzelnen selbst erfahrbar ist. Hier wie andernorts strebt Christian Larsen kooperative Strukturen an, die neue Erkenntnisse und neue therapeutische Entwicklungen ermöglichen. Für ihn ist das Ende der naiven Konkurrenz schon längst eingeleitet. Die Zukunft gehört zum einen der intelligenten Kooperation der Nischen, zum anderen den Grundsätzen der so genannten Blue Ocean Strategie: Es geht nicht um die Verdrängung bestehender Anbieter, sondern um das Schaffen ganz neuer attraktiver Angebote – so offen und verlockend, preiswert und überraschend wie das offene blaue Meer.

Kooperation als entwicklungsfähigste Lebensform im gemeinsamen Lebensraum: Diese Haltung widerspiegelt sich auch in seiner publizistischen Tätigkeit. Christian Larsen kommt zum Gespräch nicht nur in glänzender ärztlicher Laune. Stolz streckt er mir das erste Vorab-Exemplar der ARS MEDICI Sondernummer „Spiraldynamik“ entgegen,  für die er als Herausgeber zeichnete. In komprimierter Form werden hier von verschiedenen Autoren zum Nutzen der Allgemeinpraktiker die wesentlichen Prinzipien und Erfolge der "Spiraldynamik" im Rahmen der funktionellen Medizin des Bewegungssystems erläutert. „Ich habe in dieser Zusammenarbeit mit dem Verlag und den Autoren wieder viel gelernt. Und das Heft ist gut herausgekommen. Es bietet allen Grundversorgern wirklich eine brauchbare Zusammenfassung.“ Dieses Heft wurde per Ende Oktober allen medizinischen Grundversorgern der Schweiz zugestellt. Zudem wird es wird am "Spiraldynamik" Jubiläums-Kongress am 10. November 2012 im Kongresshaus für alle Interessierten aufliegen.

Ein persönlich, beruflich und unternehmerisch zufriedener Christian Larsen – ist das auch symbolisch und stellvertretend zutreffend für den gegenwärtigen Stand des Unternehmens, für die "Spiraldynamik" im Jahre 2012? Christian Larsen: „Stärker noch als Zufriedenheit würde ich zwei andere Empfindungen hervorheben wollen: Dankbarkeit und Zuversicht. Wir sind dankbar für die Rückmeldungen und das Lob, das wir Tag für Tag von Patienten erhalten, wenn wir ein Problem gelöst und konkret etwas tun konnten. Und wir sind zuversichtlich, dass wir mit unserem Know-how noch viel mehr erreichen können. Wie sagte doch letzthin eine Patientin zu mir, die selbst Therapeutin ist und in Spiraldynamik ausgebildet wurde: "Ihr geht den Ursachen auf den Grund – darum schicke ich meine Patienten zu Euch.“

Michael Egloff
28. Oktober 2012