Snaix: Das Knickrad zum Durchschlängeln

Spiraldynamik News Archiv Ausprobiert | Das verflixte Rad mit dem Doppelknick ist für Körper und Geist eine Herausforderung. Ein Scharniergelenk macht den Drahtesel zur Drahtschlange. Ein umfassendes Trainingsgerät mit hohem Spassfaktor.

Das verflixte Rad mit dem Doppelknick ist für Körper und Geist eine Herausforderung. Ein Scharniergelenk macht den Drahtesel zur Drahtschlange. Ein umfassendes Trainingsgerät mit hohem Spassfaktor.

Es unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht gross von einem herkömmlichen Fahrrad. Snaix hat’s aber in sich: Das Gelenk zwischen Lenkstange und Sattel macht Radfahren vorerst unmöglich. Zu gross ist der Unterschied zwischen Radeln und Snaixeln. Neurologisch gesagt: Je nach Geschwindigkeit muss das Gehirn zwischen 40 und 80 mal pro Minute die Balance neu berechnen und die Korrekturimpulse blitzschnell an den Körper weiterleiten. Snaixfahren ist Training für Körper und Geist. Ganz speziell für den Rücken. Der Entspannungseffekt ist einzigartig. Wer es einmal geschafft hat, überhaupt los zu fahren, radelt sich in höhere Sphären seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Unter http://www.snaix.com/snaix/startseite.php?lang=de wird schnell klar, was Snaix für Spiraldynamiker so unwiderstehlich macht: Der Körper wird in 3D-Achterbewegungen durchtrainiert, Beweglichkeit und Kraft auf allen Ebenen gefördert: „Snaix gehört zu den wenigen Trainingsgeräten, welche die schräg verlaufende Rumpfmuskulatur funktionell trainieren,“ erklärt Engelbert Rolli, Miterfinder des Snaix. Der Städteplaner, Architekt und Erfinder aus Stuttgart präsentierte Snaix anlässlich des Spiraldynamik Kongresses in Baden. Neben der sportlichen Herausforderung ist Snaix ein exzellentes Neuro-Trainingsgerät. Das wohl Unmöglichste aller Fahrräder kann für Therapiezwecke in einer Halterung auf einem Rollband fixiert werden. Neurologisch bedingte Bewegungsmankos, wie sie zum Beispiel nach einem Schlaganfall auftreten, können mit Snaix umfassend und sicher trainiert werden, ohne Snaix-eigene Akrobatik.

Zur Arbeit fahren in der Regel auch Geübte nicht mit Snaix: „Nach zehn Minuten ist die Konzentration erschöpft,“ sagt Engelbert Rolli. „Sportler bringen es  auf 20 Minuten, danach wird es für den Kopf zu viel. Dafür ist das Körpergefühl herrlich entspannt.“ Snaix ist deshalb nur bedingt strassentauglich. In Sport, Freizeit und Therapie kommt das Knickrad aber immer öfter zum Einsatz. Die Deutsche Damenmannschaft holte sich im Vierbob im vergangenen Jahr den Weltmeistertitel – nach intensivem Snaix-Training.

Bea Miescher
Mai 2005