Stretching: intelligent und 3D-dynamisch

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MedizinStretching gilt vielen Menschen als wahres Lebenselixier. In Sport und Medizin werden heute Sinn und Zweck des Dehnens kontrovers diskutiert - zu Recht. Ein Update aus der Sicht der Spiraldynamik.

Jeder Körper ist anders. Von un- bis überbeweglichen Gelenken, von überdehnten schlaffen Muskeln bis zu verkürzten Hartspannern ist alles möglich – und das meist nebeneinander im selben Körper! Das einzig gültige Patentrezept heißt Eigenverantwortung: Ein Stretching-Tageskurs vermittelt Knowhow zu optimierter Selbsteinschätzung und individuell-intelligentem Stretching. (Info- und Anmeldungslink unten)

Wesentliches

Intelligentes Stretching orientiert sich in Technik und Intensität am Individuum. Spiraldynamik-Stretching kombiniert Wissen und Techniken aus verschiedenen Kulturen, Zeiten und Disziplinen mit dem Knowhow der Spiraldynamik: vom klassischen Ballett über japanisches Sumo bis zu modernsten medizinischen und anatomischen Erkenntnissen. Damit entwickeln Sie aus dem Besten vom Guten Ihr individuelles Gleichgewicht zwischen Flexibilität und Stabilität. Die persönliche Wahrnehmung steht dabei im Zentrum. Menschen mit verkürzten Muskeln üben beim Stretching vor allem Beweglichkeit. Menschen mit überbeweglichen und somit schwierig kontrollierbaren Bändern und Gelenken erarbeiten "kraftvolles Halten". Mit Knowhow und Übung fördern Sie beides – zum Wohl Ihres Wohlbefindens bis ins Alter.

Wissenschaftliches

1. Stretching soll vor Verletzungen schützen. Vorsicht Falle, diese Aussage ist falsch! Aktuelle Studien machen es klar: Bei den fleißigen Dehnern treten Verletzungen mindestens gleich häufig auf wie bei den Nicht-Dehnern. Auf den zweiten Blick schon fast logisch: Viele Sportler beginnen erst nach wiederholten Verletzungen mit dem regelmäßigem Dehnen. Wen wundert’s da, dass sich in der Gruppe der Profi-Stretcher die Verletzungen häufen statt reduzieren.

2. Wer sich schräg vor eine Wand stellt und so seine Wadenmuskeln dehnt, dehnt passiv. Wer hingegen mit den Vorfüßen auf einer Treppenstufe steht und langsam die Fersen sinken lässt, dehnt aktiv exzentrisch. Nur so lernt der Muskel, unter Anspannung Länge herzugeben. Und genau darauf kommt es an.

3. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zum Stretching der tiefen Stützmuskulatur gibt es leider nicht. In der Praxis werden meist nur die großen Arm- und Beinmuskeln gedehnt. Und genau diese werden in wissenschaftlichen Studien untersucht. Das Stretching der Stützmuskulatur bleibt in Theorie und Praxis außen vor.

4. Regelmäßiges Stretching verlängert die Muskeln. Auch falsch! Durch wiederholtes Dehnen werden Muskeln geschmeidiger, aber nicht länger. Die Elastizität des Muskels hängt von der Gleitfähigkeit der feinsten Muskelfasern (Aktin-Mysin) ab, die Länge von der Anzahl aneinandergereihter Muskelelemente (Sarkomere). Stretching verändert die Elastizität des Muskels, nicht seine Länge.

Praktisches

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Spiraldynamik Knowhow – eine perfekte Kombination für die Praxis. Die vier goldenen Regeln:

1. Die beste Motivation ist der Wunsch nach Geschmeidigkeit und Wohlbefinden – nicht die Angst vor Verletzung. Hier hat regelmäßiges Stretching seinen Wert während Jahrtausenden bewiesen – von A wie Asanas, über B wie Ballett bis zu Z wie Zen.

2. Stretchen Sie exzentrisch und nicht passiv. Zugegeben: Das funktionelle Dehnen mit angespannten Muskeln ist nicht ganz einfach und will gelernt sein. Dafür ist es umso wirksamer.

3. Stretchen Sie die tiefe Stützmuskulatur – ein noch unentdecktes Geheimnis! Die Gesamtheit der kleinen Muskeln in der Tiefe dreidimensional und rhythmisch durchzubewegen ist eine ungeahnte Wohltat für Nacken und Rücken.

4. Entscheidend ist der Transfer in den Alltag. Beispiel Hüftbeugemuskel: Durch ewiges Sitzen hoffungslos verkürzt wird er im Stretching dreidimensional, rhythmisch und exzentrisch gedehnt. Der Effekt hält ein paar Stunden an. Gehen mit vollständiger Hüftextension ist die perfekte Langzeit-Anwendung für jeden Tag und zwischendurch! Gelingt der Transfer in den Alltag, bleiben die Muskeln lang, kräftig und geschmeidig.

Tageskurs in Zürich mit Expertin Eva Hager Forstenlechner

Am Sonntag, 15. November unterrichtet die Spiraldynamik-Expertin, Yoga- und Tanzlehrerin Eva Hager Forstenlechner einen Tageskurs Stretching: Inspiration garantiert!


Dr. med. Christian Larsen
28. März 2009


Studien und Quellen:

Small K, Mc Naughton L, Matthews M: A systematic review into the efficacy of static stretching as part of a warm-up for the prevention of exercise-related injury. Res Sports Med. 2008 Jul-Sep;16(3):213-31.

Su WR, Chen HH, Luo ZP. Effect of cyclic stretching on the tensile properties of patellar tendon and medial collateral ligament in rat. Clin Biomech (Bristol, Avon). 2008 Aug;23(7):911-7. Epub 2008 May 15.