Das Ziehharmonik-Prinzip

Bildlegende

A. Die Rippen sind grazile Bogen-knochen, hinten und vorne durch kleine Kugelgelenke an Wirbelsäule und Brustbein befestigt; dazwischen die Zwischenrippenmuskulatur. Beim Schliessen lagern die Rippen wie bei einer Ziehharmonika dicht zusammen.

B. Durch Rotation zur anderen Seite werden die Rippen fächerartig auseinandergezogen, der rechte Brustkorb ist in einer Drehdehn-Stellung maximal geöffnet.

Spiraldynamik_Anatomie_Brustkorb Spiraldynamik_Anatomie_Brustkorb
Bild A Bild B

Der Brustkorb ist ein Geflecht von dünnen, bogenförmigen Knochen und verschiedenen Muskelschichten – ein richtiger Korb eben, kein Brustkasten. Wie viel Luft bei einem tiefen Atemzug eingesaugt werden kann, unterstreicht die Flexibilität des Brustkorbs.

Zum Drehen wie geschaffen

Bei allen Rotationsübungen der Wirbelsäule steht vorerst die Aufrichtung im Zentrum. Aufrichten bedeutet, die Schwerkraft als Orientierungshilfe einzusetzen, anstatt ihr zusammenfallend nachzugeben. Erhobenen Hauptes macht jede und jeder eine gute Figur, schafft Platz zwischen den Wirbeln für größere oder kleiner Rotationsbewegungen und betreibt Gesundheitsförderung auf Schritt und Tritt.

Freier Atem

Die links-rechts-Drehung des Brustkorbes um seine knöcherne Wirbelachse ist eng mit der Atmung verknüpft. Die Flexibilität des Brustkorbes kann mit einer Ziehharmonika verglichen werden: Lamellenartig öffnen und schließen sich die Rippen, voneinander weg und wieder zusammen. Massage und Atmungsunterstützung für die Lunge, die frei Luft schöpfen kann.

Rotation versus Skoliose

Die Drehfreudigkeit der Wirbelsäule muss auf die obere Hälfte, auf die Brustwirbelsäule beschränkt werden: Drehen in der Kreuzregion scheuert an Wirbeln und Dornfortsätzen – im Extremfall bis zum Durchbruch! Auch die Brustwirbelsäule kennt ein Zuviel: Bleibt sie in sich verdreht, spricht man von Skoliose, eine Deformität, die vor allem Mädchen und junge Frauen betrifft.